Okt 02

Wartung, ein Schlüsselthema für die Klimatechnik

Gepostet von : Xavier Biseul / Etiketten : , ,

Wartung, ein Schlüsselthema für die Klimatechnik

Angesichts der Erderwärmung wird die Anzahl von Klimaanlagen explodieren. Die Optimierung ihrer Wartung hat bedeutende ökologische, wirtschaftliche und sanitäre Folgen. Erklärungen.
 
Dieser Sommer war wieder besonders heiß. Während der ersten Hitzewelle Ende Juni wurde eine Rekordhitze in le Gard erreicht. Die Marke von 45°C wurde zum ersten Mal in Frankreich durchbrochen. Dieses Phänomen wird sich im Zeitalter von Treibhauseffekt und Erderwärmung noch öfter wiederholen.
 
Eine gute Nachricht gibt es aber. Der Markt für Klimaanlagen wird explodieren. Der Verkauf von Klimaanlagen ist laut Daten von Ouest France zwischen 2017 und 2018 weltweit um 15% gestiegen.
 
Vor allem in den Entwicklungsländern boomt die Nachfrage, besonders in Asien, wo immer extremere Hitzewellen gemessen werden. Der internationalen Energieagentur zufolge wird sich die Anzahl von Klimaanlagen bis 2050 um das 3,5fache multiplizieren und damit von 1,6 Milliarden auf 5,6 Milliarden steigen.

Energiefressende Klimaanlagen

Wenn Klimaanlagen auf der einen Seite gegen die Erderwärmung ankämpfen, so tragen auf der anderen Seite dazu bei. Ein sehr großer Teil der weltweit verkauften Klimaanlagen sind in der Tat sehr energieintensiv. Sie verbrauchen Energie, die zum Großteil aus fossilen Rohstoffen gewonnen, die einen hohen CO2-Ausstoß verursachen. Außerdem nutzen diese Geräte Kühlflüssigkeiten, die nicht nur giftig sind, sondern bei Flüssigkeitsverlust auch zum Treibhauseffekt beitragen.
 

Ein Schnupfen mitten im Sommer

Die Klimaanlagen verbessern unsere Lebensbedingungen, sind aber gleichzeitig auch die Quelle von Krankheiten. Es ist nicht selten, dass man sich mitten im August mit einer Erkältung, einer Bronchitis oder einer Grippe ansteckt. Auch wenn diese Beschwerden hauptsächlich aus dem thermischen Schock zwischen Innen- und Außentemperaturen resultieren, nisten sich Keime gerne in den Schächten von Klimaanlagen ein.
 
Da eine Klimaanlage die Luft in einem Zimmer umwälzt, wirbelt sie Schmutzpartikel auf. Mit der Zeit verschmutzen die Filter und es entsteht eine Mischung aus Schimmel und Bakterien. Menschen, die in Räumen mit Klimaanlage tätig sind oder wohnen, können an Allergien und Asthma leiden.

Bis zu 40% Energieeinsparungen für eine gut gewartete Anlage

Aus all den bereits genannten Gründen bietet die Optimierung der Wartung von Klimaanlagen viel Potenzial für die Umwelt und für die Hygiene. Außerdem ermöglicht sie Einsparungen. Laut dem Netzwerk Les Climaticiens de France kann eine gut gewartete Anlage ihre Lebensdauer verdoppeln und bis zu 40% Energieeinsparungen bringen.
 
Normalerweise sieht der Wartungsvertrag einer Klimaanlage einen Einsatz pro Jahr vor. Dann wird vor allem der Druck überprüft, denn von der Einstellung des optimalen Luftstroms hängt der Komfort der anwesenden Menschen ab.
 
Der Klimatechniker kontrolliert dann die Luftkanäle, um eventuelle Lecks zu finden. Abschließend überprüft er, ob die Filter verschmutzt sind, die dafür sorgen sollen, dass keine Partikel in die Räume verteilt werden.

Eine stark reglementierte Nutzung

Das französische Gesetzt sieht harte Strafen für die nicht ordnungsgemäße Nutzung von Klimaanlagen vor. So verlangt das Dekret 2007-737 des Umweltcodes vom 7. Mai 2007 Strafsanktionen für Besitzer von Klimaanlagen, die ihre Geräte nicht von zertifizierten Technikern warten lassen. Unter Strafandrohung ist vorgeschrieben, dass die Dichtheit von Geräten überprüft werden muss.
 
Die Reglementierung verlangt, dass ein professioneller Wartungstechniker die Dichtheit der Kühlmittelkreisläufe für Geräte mit mehr als 2kg Flüssigkeit oder Geräte, die eine Kühlleistung von mehr als 12kW haben, kontrolliert. Diese Inspektion muss drei Jahre nach Installation der Klimaanlage und dann alle fünf Jahre durchgeführt werden.
 
Bis vor kurzem waren nur Klimaanlagen, die dem Komfort dienen, zu diesen Inspektionen verpflichtet. Seit dem 1. April 2017 gilt diese Obligation auch für alle Kühlsysteme industrieller Prozesse, wie es das Büro Veritas auf seiner Homepage erklärt. Zukünftig werden auch Datenzentren oder klimatisierte Lager betroffen sein.

Mangel an Klimatechnikern

Die Arbeit eines Klimatechnikers ist angesichts der Einflüsse auf Umwelt und Hygiene sehr komplex, von vielen Vorschriften begleitet und ständig in Veränderung. Der Verband der Unternehmen der Klimatechnik und Installateure verteidigt die Interessen seiner Mitglieder.
 
Diese Branche leidet unter einem bedeutenden Mangel an Fachkräften und eine der Hauptaufgaben des Verbandes ist die Rekrutierung einer ausreichenden Anzahl von Technikern. Denn qualifizierte Klimatechniker sind die Garantie für ein gutes Funktionieren der Anlagen.
 
Diese Techniker müssen viele Kompetenzen in sich vereinen. Man verlangt von ihnen Fähigkeiten eines Installateurs, sie müssen schweißen können und verschiedene Geräte zur Kontrolle des Drucks, der Temperatur und des Durchflusses bedienen können. Zudem müssen sie sich angesichts der Gefahren von Kühlflüssigkeiten gewissenhaft an Sicherheitsvorschriften halten.
 
Hinzu kommen noch zahlreiche Soft Skills wie sorgfältiges Arbeiten, Autonomie, eine gute Beobachtungsgabe, gute Umgangsformen und die Fähigkeit mit Stress umgehen zu können. Ein Klimatechniker muss den Kunden, bei dem er gerade im Einsatz ist, beruhigen können, denn eine defekte Klimaanlage kann die Arbeitsbedingungen stark beinträchtigen und zu einem enormen Abfall der Produktivität führen.
 

Eine Software zur Einsatz- und Tourenplanung ist unverzichtbar

Eine Software zur Einsatz- und Tourenplanung scheint für die Branche der Klimatechniker unverzichtbar, um eine hohe Servicequalität aufrechthalten zu können, um vertraglich festgelegte Fristen garantieren zu können und die Vorschriften einhalten zu können.
 
Außerdem trägt eine Software dazu bei, dass Wartungsoperationen mit ihrer kompletten Historie nachverfolgbar werden. Denn wie wir gesehen haben, kann es hier zu Strafen und Geldbußen kommen.
 

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Zum Autor

Xavier Biseul ist unabhängiger Journalist. Seine Fachgebiete sind die neuen Technologien und die digitale Transformation von Unternehmen. Er arbeitet mit zahlreichen Print- und Onlinemedien zusammen.

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